Monate: April 2017

In den Himmel kommen

An Christi Himmelfahrt, erinnern wir uns daran, wie Christus in den Himmel aufgenommen wurde. Im Glaubensbekenntnis heißt es entsprechend: „aufgefahren in den Himmel.“ Aber das ist noch nicht alles. Nach dem „aufgefahren in den Himmel,“ heißt es weiter: „Er sitzt zur Rechten Gottes, des Allmächtigen Vaters“, und „von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“ Damit wäre dann auch die Frage beantwortet, was Christus im Himmel macht und warum wir uns in unseren Gebeten auch immer an den Himmel wenden. Weil wir nämlich in unserem Glauben darauf hoffen, einen Weg in den Himmel gebahnt zu bekommen. Wenn man darüber nachdenkt, dann ist der Himmel in vielen Religionen so etwas wie eine Alternative zur normalen sichtbaren Wirklichkeit. In dem Online-Lexikon Wikipedia heißt es: „Himmel ist in vielen Religionen eine Sphäre, die alternativ zur empirischen Wirklichkeit übernatürliche Wesen, Erscheinungen oder Götter beheimatet. Außerdem kann dies ein Ort sein, an dem das jenseitige Leben gelebt wird und an dem die Götter oder der Gott ihre Heimat haben.“ Das trifft sich mit unseren Vorstellungen von …

Eine Maus in der Suppe

Maus in der Suppe Für die Mönche bietet das gemeinsame Mittagessen eine gute Möglichkeit für die tägliche Schulung in Aufmerksamkeit. So steht in der Regel des Heiligen Benedikt, dass man nie selber um etwas bittet, sondern immer darauf zu achten hat, was ein Nachbar braucht. Dass diese Regel nicht nur das Mitgefühl schult, sondern manchmal auch den Verstand, zeigt folgende Geschichte. Ein Mönch isst seine Suppe und sieht, dass eine Maus in seinen Napf gefallen ist. Was soll er tun? Er soll ja auf die Bedürfnisse seines Nachbarn und nicht auf seine eigenen achten. So behilft er sich damit, den bedienenden Mönch zu rufen und ihn darauf hinzuweisen: „Mein Nachbar hat keine Maus bekommen.“ Bruder Staub Für Bruder David ist selbst das Abstauben seiner wenigen Möbel in der Einsiedelei ein liebkosendes Berühren. Die jungen Mönche im Kloster, erzählt er, die mit dem Saubermachen beauftragt wurden, wollten das praktisch, schnell und gründlich hinter sich bringen. „So geht das nicht. Wenn ihr den Besen in der Hand habt, soll die Hand zum Staub sagen: Verzeih, aber du …

Sieben Weltwunder

DIE SIEBEN WELTWUNDER Eine Schulklasse wurde gebeten zu notieren, welches für sie die Sieben Weltwunder wären. Folgende Rangliste kam zustande: Pyramiden von Gizeh Taj Mahal Grand Canyon Panamakanal Empire State Building Peters Dom im Vatikan Grosse Mauer China Die Lehrerin merkte beim Einsammeln der Resultate, dass eine Schülerin noch am Arbeiten war. Deshalb fragte sie die junge Frau, ob sie Probleme mit ihrer Liste hätte. Sie antwortete: „Ja. Ich konnte meine Entscheidung nicht ganz treffen. Es gibt so viele Wunder.“ Die Lehrerin sagte: „Nun, teilen Sie uns das mit, was Sie bisher haben und vielleicht können wir ja helfen.“ Die junge Frau zögerte zuerst und las dann vor. „Für mich sind das die Sieben Weltwunder: Sehen Hören sich Berühren Riechen Fühlen Lachen … … und Lieben Im Zimmer wurde es ganz still. Diese alltäglichen Dinge, die wir als selbstverständlich betrachten und oft gar nicht realisieren, sind wirklich wunderbar. Die kostbarsten Sachen im Leben sind jene, die nicht gekauft und nicht hergestellt werden können.

Die drei Siebe

DIE DREI SIEBE Zum weisen Sokrates kam einer gelaufen und sagte: „Höre Sokrates, das muss ich dir erzählen!“ „Halte ein!“ – unterbrach ihn der Weise, „Hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?“ „Drei Siebe?“, frage der andere voller Verwunderung. „Ja guter Freund! Lass sehen, ob das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe hindurchgeht: Das erste ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?“ „Nein, ich hörte es erzählen und…“ “ So, so! Aber sicher hast du es im zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst gut?“ Zögernd sagte der andere: „Nein, im Gegenteil…“ „Hm…“, unterbracht ihn der Weise, „So lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden. Ist es notwendig, dass du mir das erzählst?“ „Notwendig nun gerade nicht…“ „Also“ sagte lächelnd der Weise, „wenn es weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit.“

Zuerst die großen Steine

WAS SIND DIE WICHTIGEN DINGE IN DEINEM LEBEN?   Eines Tages hält ein Zeitmanagementexperte einen Vortrag vor einer Gruppe Studenten, die Wirtschaft studieren. Er möchte ihnen einen wichtigen Punkt vermitteln mit Hilfe einer Vorstellung, die sie nicht vergessen sollen. Als er vor der Gruppe dieser qualifizierten angehenden Wirtschaftsbosse steht, sagt er: „Okay, Zeit für ein Rätsel“. Er nimmt einen leeren 5-Liter Wasserkrug mit einer sehr großen Öffnung und stellt ihn auf den Tisch vor sich. Dann legt er ca. zwölf faustgroße Steine vorsichtig einzeln in den Wasserkrug. Als er den Wasserkrug mit den Steinen bis oben gefüllt hat und kein Platz mehr für einen weiteren Stein ist, fragt er, ob der Krug jetzt voll ist. Alle sagen: „Ja“. Er fragt: „Wirklich?“ Er greift unter den Tisch und holt einen Eimer mit Kieselsteinen hervor. Einige hiervon kippt er in den Wasserkrug und schüttelt diesen, sodass sich die Kieselsteine in die Lücken zwischen den großen Steinen setzen. Er fragt die Gruppe erneut: „Ist der Krug nun voll?“ Jetzt hat die Klasse ihn verstanden und einer antwortet: „Wahrscheinlich …

Der Mensch

Der Mensch Matthias Claudius 1783 Empfangen und genähret Vom Weibe wunderbar, Kömmt er und sieht und höret Und nimmt des Trugs nicht wahr; Gelüstet und begehret, Und bringt sein Tränlein dar; Verachtet und verehret, Hat Freude und Gefahr; Glaubt, zweifelt, wähnt und lehret, Hält nichts und alles wahr; Erbauet und zerstöret, Und quält sich immerdar; Schläft, wachet, wächst und zehret; Trägt braun und graues Haar etc. Und alles dieses währet, Wenn’s hoch kommt, achtzig Jahr. Dann legt er sich zu seinen Vätern nieder, Und er kömmt nimmer wieder.

Schlüssel zum Paradies

Liebe Gemeinde, vielleicht erinnern sie sich noch, früher wurde oft die Tür zum Wohnzimmer, in dem der Weihnachtsbaum stand, zugeschlossen, so dass den Kindern nichts anders übrigblieb, als zu warten bis das Glöckchen ertönte, und sie endlich eintreten konnten. Das geschah dann am Heiligen Abend, so wie vielleicht heute Abend auch hier bei uns. Wer es nicht abwarten konnte, und wer konnte das schon, erheischte vielleicht schon vorher einen Blick durchs Schlüsselloch, und wenn da dann schon Licht hindurch strömte, steigerte das nur die Spannung und verhieß Wunderbares. Wie gesagt früher wurde, dieser Brauch regelmäßig praktiziert, nicht um die Kindern auf die Folter zu spannen, sondern um die Erwartung lebendig zu halten, und um die Vorfreude zu steigern, die ja bekanntlich am größten ist, und auf diese Weise auch genährt werden will. Ich habe heute in der Erinnerung an diesen Brauch, einen Schlüssel mitgebracht. Damit kann man eine Tür genauso zuschließen, wie aufschließen. Die Haustür, um die Kälte auszusperren, oder um Freunde einzulassen, gar Fremde, wie in Bethlehem Maria und Josef willkommen zu heißen. Man …

Mose, Geschichte eines Menschenlebens

Liebe Gemeinde, die Geschichte eines Menschenlebens ist auch immer zugleich die Geschichte eines Weges, den ein Mensch im Lauf seines Lebens zurückgelegt hat. Es ist ein Weg, der die einzelnen Stationen des Lebens miteinander verbindet, trotz mancher Umwege und Unterbrechungen. Oft ist es überraschend, den eigenen Weg in Gedanken noch einmal zu verfolgen, und dabei festzustellen, dass der eigene Weg nicht das Produkt sorgfältiger Planung gewesen ist, sondern genauso auf Zufall beruht, wie auf schicksalhafter Fügung. Denn nicht immer weiß man genau, wie man eigentlich dahin gekommen ist, wo man gerade ist. Das ist ein bisschen so wie mit dem Älterwerden, man fragt sich wo die Zeit geblieben ist, und wo die Jahre hingegangen sind. Wenn man den eigenen Lebensweg betrachtet, stellen sich ganz unweigerlich die alten Fragen der Religionen, woher komme ich, wohin gehe ich, wer bin ich, und was erwartet mich? Es gilt die Höhen und Tiefen des Lebens in Augenschein zu nehmen, und dann wer weiß einen roten Faden zu finden, etwas, das alles zusammen hält und am Ende, die Frage beantwortet, …

Sinkender Petrus

Liebe Gemeinde, in einer alten Geschichte haben Menschen von ihren Erfahrungen berichtet, die sie in einer bedrohlichen Situation, gemacht haben. Es ist sicher nicht alles immer auf uns und unsere heutige Lebenssituation übertragbar, aber ich glaube doch, dass uns die Erfahrungen aus der Vergangenheit dabei helfen können, angesichts heutiger Bedrohungszenarien zu bestehen und dabei den Mut nicht zu verlieren. Vielleicht können sie uns sogar helfen, Mut zu fassen und einen neuen Weg zu finden. Jede Erschütterung, jedes Erschrecken versetzt uns ja nicht nur in Angst, sondern es bewegt uns auch, und bietet die Möglichkeit etwas zu verändern. Dafür steht auch die Geschichte von dem sinkenden Petrus, aus dem Matthäusevangelium. Sie erzählt von einer Krise und von einem Unwetter, von Angst und Erschrecken einerseits, wie von Mut und Tapferkeit andererseits. Und in dem Jünger Petrus führt sie uns einen Menschen zwischen Vertrauen und Zweifel vor Augen, einer der mutig vorangeht, aber der auch schnell wieder an Boden verliert und einbricht. Ich möchte Ihnen die Geschichte in einer freien Nacherzählung vortragen. Jesus hatte ein Wunder vollbracht. Die …

Gedanken zur Volkskirche

Gedanken zur Volkskirche Als Pfarrer möchte ich im volkskirchlichen Sinne die christliche Tradition im öffentlichen Leben gestalten und repräsentieren. Sie ist für mich eine wichtige Dimension des öffentlichen Lebens, denn sie trägt zur Kultivierung der Welt bei. In der Kirche finden sich Menschen zusammen, die bestimmte Werte und Traditionen bewahren, weitergeben und pflegen wollen, so ähnlich wie in einem Verein. Als Pfarrer ist es in diesem Zusammenhang meine Aufgabe für spirituelle Vergewisserung zu sorgen und für Menschen aus allen gesellschaftlichen Bezügen offen zu sein. Zur meiner Vorstellung von Volkskirche gehört es, dass sich Menschen zur Vertiefung des Glaubens oder für soziale und kulturelle Aufgaben in Gruppen und Kreise zusammenschließen, um auf diese Weise ihre jeweiligen Interessen zu verfolgen. Das bedeutet aber nicht umgekehrt, dass wir für alle Gruppen der Bevölkerung geeignete Gruppen und Kreise anbieten müssen und können. Gemeinde entsteht nicht nur im Rückzug auf sich selbst und das was wir Kerngemeinde nennen, sondern eben auch in der Hinwendung und Beteiligung am weltlichen Leben, in das wir unsere religiösen und ethischen Glaubensvorstellungen einbringen können. In …