Geschichten

Eine Maus in der Suppe

Maus in der Suppe

Für die Mönche bietet das gemeinsame Mittagessen eine gute Möglichkeit für die tägliche Schulung in Aufmerksamkeit. So steht in der Regel des Heiligen Benedikt, dass man nie selber um etwas bittet, sondern immer darauf zu achten hat, was ein Nachbar braucht. Dass diese Regel nicht nur das Mitgefühl schult, sondern manchmal auch den Verstand, zeigt folgende Geschichte.

Ein Mönch isst seine Suppe und sieht, dass eine Maus in seinen Napf gefallen ist. Was soll er tun? Er soll ja auf die Bedürfnisse seines Nachbarn und nicht auf seine eigenen achten. So behilft er sich damit, den bedienenden Mönch zu rufen und ihn darauf hinzuweisen: „Mein Nachbar hat keine Maus bekommen.“

Bruder Staub

Für Bruder David ist selbst das Abstauben seiner wenigen Möbel in der Einsiedelei ein liebkosendes Berühren. Die jungen Mönche im Kloster, erzählt er, die mit dem Saubermachen beauftragt wurden, wollten das praktisch, schnell und gründlich hinter sich bringen.

„So geht das nicht. Wenn ihr den Besen in der Hand habt, soll die Hand zum Staub sagen: Verzeih, aber du bist zurzeit am falschen Platz. Erlaube, dass wir dir weiterhelfen, wo du hingehörst, rügte sie der Meister. Wer lernt, so mit dem Staub umzugehen, der ist auch achtsam mit sich selbst und seinen Mitmenschen gegenüber.