Kasualien, Themen

Unser Gottesdienst

Unser Gottesdienst

Im Gottesdienst möchten Menschen mit „Gott“ (wie auch immer sie sich ihn vorstellen) in Verbindung treten. Es geht also um die Auseinandersetzung mit dem, was uns als Menschen heilig ist und um die Begegnung mit dem, was uns unbedingt angeht.
Das Wort „Dienst“ deutet an, dass uns das „Heilige“ auch in die Pflicht zu nehmen weiß. Gott zu dienen, bedeutet für mich z. B.: die Ehrfurcht vor dem Leben zu beherzigen, die Schöpfung zu bewahren bzw. zu erhalten, und in den Menschen Schwestern und Brüdern zu sehen.
Martin Luther hat in seiner berühmten Torgauer Formel von 1544 über den Gottesdienst gesagt: „das nichts anders darin geschehe, denn dass unser lieber Herr selbst mit uns rede durch sein heiliges Wort, und wir wiederum mit ihm reden durch Gebet und Lobgesang.“ (WA 49,588)
Insofern ist der Gottesdienst auch ein kommunikatives Erlebnis, im Grunde ein Gespräch mit Gott und mit uns selbst.
Wir erinnern uns an die überlieferten Geschichten der Bibel und in dem wir uns erinnern, werden sie wieder lebendig, und mit ihnen der Geist, der in ihnen lebt und webt. Wir inszenieren die Nähe Gottes, aber wir haben sie nicht, deshalb bitten, klagen und danken wir. Wir bringen unsere Gedanken und Gefühle vor Gott, und hoffen darauf, dass er uns ansieht, uns tröstet, inspiriert und ermutigt.

Die Liturgie – der Ablauf des Gottesdienstes

Der Gottesdienst hat einen ganz bestimmten Ablauf. Wir nennen das „Liturgie.“

Der Begriff „Liturgie“ stammt aus dem Griechischen „leiturgia“ und lässt sich mit „öffentlichem Dienst“ übersetzten. Die Liturgie, bezeichnet die Ordnung der gesamten zeremoniellen Abläufe im Gottesdienst. Die meisten Kirchengemeinden haben eine ähnliche Liturgie, und doch hat jede Gemeinde ihre Eigenheiten.

Gottesdienstablauf nach den Ordnungen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (Form 2)

  • Glockengeläut
  • Orgelvorspiel
  • Eingangslied
  • Votum
  • Pfarrer/in bzw. Liturg/in: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ ,die Gemeinde singt: Amen.
  • Pfarrer/in: Eingangsspruch / Psalm
  • Gemeinde singt: Ehr sei dem Vater …
  • Sündenbekenntnis
  • Pfarrer/in bzw. Liturg/in: „Herr, erbarme dich.“ ,die Gemeinde singt: Herr, erbarme dich …
  • Gnadenverkündigung
  • Gemeinde singt: Ehre sei Gott …
  • Gebet
  • Gruß
  • Pfarrer/in bzw. Liturg/in: „Der Herr sei mit euch.“ ,die Gemeinde singt: … und mit deinem Geist
  • Gebet
  • Gemeinde singt: Amen
  • Schriftlesung
  • Ein Mitglied des Kirchenvorstandes liest einen Abschnitt aus der Bibel
  • Gemeinde singt: Halleluja
  • Lied
  • Glaubensbekenntnis
    • Ich glaube an Gott, den Vater,
      den Allmächtigen,
      den Schöpfer des Himmels und der Erde.
      Und an Jesus Christus,
      seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
      empfangen durch den Heiligen Geist,
      geboren von der Jungfrau Maria,
      gelitten unter Pontius Pilatus,
      gekreuzigt, gestorben und begraben,
      hinabgestiegen in das Reich des Todes,
      am dritten Tage auferstanden von den Toten,
      aufgefahren in den Himmel;
      er sitzt zur Rechten Gottes,
      des allmächtigen Vaters;
      von dort wird er kommen,
      zu richten die Lebenden und die Toten.
      Ich glaube an den Heiligen Geist,
      die heilige christliche Kirche,
      Gemeinschaft der Heiligen,
      Vergebung der Sünden,
      Auferstehung der Toten
      und das ewige Leben.
      Amen.
  • Lied vor der Predigt
  • Predigt
  • Lied nach der Predigt
  • Fürbitte und Vaterunser
    • Vater unser im Himmel.
      Geheiligt werde dein Name.
      Dein Reich komme.
      Dein Wille geschehe, wie im
      Himmel, so auf Erden.
      Unser tägliches Brot gib uns heute.
      Und vergib uns unsere Schuld,
      wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
      Und führe uns nicht in Versuchung,
      sondern erlöse uns von dem Bösen.
      Denn dein ist das Reich und die Kraft
      und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
      Amen.
  • Abkündigungen
  • Schlusslied
  • Segen
  • Amen