Alle Artikel in: Kasualien

Über die Taufe

Nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift geschieht in der Taufe die persönliche Zusage der Gnade Gottes. Sie begründet die Zugehörigkeit zu einer christlichen Gemeinde. Wir verstehen das Sakrament der Taufe am besten, wenn wir sie im Zusammenhang mit den vielen Bedrohungen des Lebens sehen. Die Taufe verspricht uns Leben in einer von Zerstörung bedrohten Welt. Wie wir die Kinder aus dem Wasser der Taufe heben, so rettet Gott das Leben und bringt es in Sicherheit. Zugleich wird mit der Taufe die Vergebung der Sünden zugesprochen. Dadurch wird Umkehr symbolisiert. Auch der Vergleich mit einer neuen Geburt legt sich nahe. Im Hinblick auf unsere Kinder möchte ich besonders den Aspekt der Annahme betonen. Zu jeder Taufe gehören die Worte, die uns von Gott im Hinblick auf sein Kind – Jesus – überliefert worden sind: Du bist mein liebes Kind. Du gefällst mir. Auf dieser lebensfreundlichen Haltung kann man aufbauen. Die Taufe hat aber nicht nur einen individuellen Aspekt. Sie schließt auch die Christen untereinander zusammen und verbindet Menschen untereinander als Geschwister. Sie hilft Grenzen zu überschreiten …

Hochzeit in der Kirche

Über die kirchliche Trauung Das Erste, so man an diesem Stande (der Ehe) lernen soll, ist das, dass ein Jeder wisse und gewiss dafür halte, dass der Ehestand von Gott geordnet und gestiftet sei. Das ist fast die höchste Kunst in dem ehelichen Leben, dass man diesen Stand lerne ansehen nach seiner höchsten Ehre; nämlich dass er Gottes Stiftung ist.(Martin Luther) Nach evangelischem Verständnis ist die Ehe kein Sakrament, wie in der katholischen Kirche. Nichts unbedingt heiliges. Martin Luther redet von ihr als einem „Weltlichen Geschäft“. Das schließt natürlich nicht aus, dass sie trotzdem etwas besonderes ist. Martin Luther glaubt, dass sie persönlich von Gott ins Leben gerufen worden sei, so wie die ganze Welt auch. Sie gehört daher zur geschöpflichen Welt, die uns als Gabe zuteil wird und als Aufgabe immer wieder herausfordert. Wenn Sie diese Herausforderung annehmen möchten und die Gaben genießen, finden Sie auf dieser Seite einige Hinweise für die Planung Ihrer Kirchlichen Trauung. Im Rahmen einer kirchlichen Trauung versprechen sich zwei Menschen Liebe und Treue, sich zu achten und zu ehren, …

Unser Gottesdienst

Unser Gottesdienst Im Gottesdienst möchten Menschen mit „Gott“ (wie auch immer sie sich ihn vorstellen) in Verbindung treten. Es geht also um die Auseinandersetzung mit dem, was uns als Menschen heilig ist und um die Begegnung mit dem, was uns unbedingt angeht. Das Wort „Dienst“ deutet an, dass uns das „Heilige“ auch in die Pflicht zu nehmen weiß. Gott zu dienen, bedeutet für mich z. B.: die Ehrfurcht vor dem Leben zu beherzigen, die Schöpfung zu bewahren bzw. zu erhalten, und in den Menschen Schwestern und Brüdern zu sehen. Martin Luther hat in seiner berühmten Torgauer Formel von 1544 über den Gottesdienst gesagt: „das nichts anders darin geschehe, denn dass unser lieber Herr selbst mit uns rede durch sein heiliges Wort, und wir wiederum mit ihm reden durch Gebet und Lobgesang.“ (WA 49,588) Insofern ist der Gottesdienst auch ein kommunikatives Erlebnis, im Grunde ein Gespräch mit Gott und mit uns selbst. Wir erinnern uns an die überlieferten Geschichten der Bibel und in dem wir uns erinnern, werden sie wieder lebendig, und mit ihnen der Geist, …